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Presse

Tattva Viveka

Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie & sprirituelle Kultur
Ausgabe: 54 Februar 2013

Waltraud Bielefeldt – Nimm dir das Leben
Eine Frau befreit sich. Mit einem Vorwort von Rüdiger Dahlke, Tao-Verlag, Bielefeld 2012, Tb., 209 S., 17,99 €

Dieses Buch ist ein autobiografischer Bericht einer Frau, die aus einer schweren Kindheit mit einem Alkoholiker als Vater kommt und als junge Frau viele Krankheiten und schließlich eine Medikamentenabhängigkeit entwickelt. Sie findet das Zwölf-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker und begibt sich auf den Weg ihrer Heilung. Die einzelnen Kapitel sind nach den einzelnen Schritten des Programms der Anonymen Alkoholiker unterteilt. Sie beschreiben einerseits den persönlichen Werdegang der Autorin und andererseits bieten Sie ein Anschauungsbeispiel für die Bedeutung der einzelnen Schritte.
Sie beschreibt ausführlich ihre Geschichte, und die Leserin bzw. der Leser wird Zeuge eines berührenden Entwicklungsprozesses auf dem Weg nach innen zu sich selbst. Sie schreibt über ihre Gefühle und reflektiert im Kontext des Zwölf-Schritte-Programms, aber auch zahlreicher anderer therapeutischer oder spiritueller Methoden (zum Beispiel die Transaktionsanalyse oder die Arbeit mit dem inneren Kind), was mit ihr geschieht und welche Bedeutung das jeweils hat.
Es ist ein berührender und bewegender Bericht, der sehr persönlich und sehr ehrlich ist. Wie sie selbst schreibt: „Es war Heilung, Worte für das Erlebte zu finden und darüber sprechen zu können und zu dürfen.“ (Seite 168)
Es wird im Verlauf des Buches deutlich, wie tief die Verletzungen in der Seele sitzen können und wie sehr sie alle Ebenen des Lebens und der Persönlichkeit durchdringen. Es gibt nur wenige Therapieformen, die einer solchen Persönlichkeitsstörung beizukommen vermögen. Oft gibt es keine Hilfe für diese Verletzungen. Die Menschen fristen ein Leben der Depression und der Abhängigkeit von Suchtmitteln. Umso wichtiger ist dieses Buch, denn es zeigt einen Ausweg.
Waltraud Bielefeldt hat erst im Alter von 42 Jahren angefangen, ihre Genesung in die eigene Hand zu nehmen und die Verantwortung für ihr Leben selbst zu übernehmen. Im Alter von 61 Jahren macht sie schließlich ihren Heilpraktiker für Psychotherapie und arbeitet seitdem in eigener Praxis. Damit erleben wir mit, wie der Weg aus der Krankheit in die Heilung verläuft. Es wird deutlich, dass eine echte Heilung ihre Zeit braucht. Das persönliche Beispiel ermöglicht die Identifikation. Indem sie aber klar und nüchtern auf ihrer Seite bleibt, ohne in Schuldzuweisungen oder Opferkonzepte zu flüchten, ist es der Leserin bzw. dem Leser möglich, bei sich selbst anzukommen und das Gelesene in das eigene Leben und die eigene Geschichte zu integrieren. Sie schreibt schonungslos über sich selbst ohne etwas zu beschönigen. Aber in dieser Ehrlichkeit lernt sie, wahrhaftig zu werden.
Ein starkes und schönes Buch, das aus der gelebten Erfahrung schöpft.
Ronald Engert


 

WDR Daheim und Unterwegs
Sendung vom 06.01.2014
"Von der Sucht zur Suchthilfe"

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Ausgabe Juni 2016

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 Online Kongress Sucht-Revolution, im Februar 2018